
03 Verhaftet
Heute wollten wir zum Berg Ararat damit HW da im Naturpark funken kann.
Leider scheiterten wir an einer Militärstation. Ohne Bewilligung und Führer wollten sie uns nicht passieren lassen.
Also kurvten wir etwas weiter um den massiven Berg herum und fanden etwas nördlicher auf einer abgemähten Wiese einen schönen Platz.
Der Chef der Truppe wollte unsere Pässe und fragte auch, was wir da tun. Wir versuchten es zu erklären. HW zeigte seine Funklizenz, die auch in der Türkei gültig ist. Sie fanden irgendwann in HWs Pass die Irak Visa. Das kam ihnen nun natürlich mehr als suspekt vor.
Wir wurden zwischen unzähligen Telefonaten immer wieder „interviewt „ Wieso seid ihr hier? Habt ihr Freunde in der Türkei? Wart ihr vor zwei Tagen auch hier? Warum wart ihr im Irak? Wie seid ihr in die Türkei gekommen? Etc.
Auf die Frage, wie wir diesen Ort gefunden haben, konnten wir Google zitieren, denn in unmittelbarer Nähe gibt es einen Meteoritenkrater.
Für sie war es auch nicht verständlich, dass wir mit unserem Auto in Çesme haben einreisen können. Sie kannten die Fähre von Chios nicht.
Unsere Pässe wurden unzählige Male eingezogen, zurückgegeben, um sie sofort wieder zu verlangen.
Wir bemühten uns, im Internet Infos für sie zu finden.
Einige Soldaten beklagten sich über ihre langsamen Computer, denn wir wurden in allen einschlägigen Datenbanken gesucht und natürlich nirgends gefunden.
Ich machte dann mal die Runde mit Jurawaffeln und später gab ich Kaffee aus.
Irgendwann erschien die normale Polizei und später noch deren Chef mit Chauffeur. Es waren nun 13 Personen mit uns beschäftigt.
Alle Bemühungen die Situation zu klären, scheiterten.
Langsam freundeten wir uns an, bestaunten ihr Fahrzeug und sie bestaunten unseres. Nur auf das Angebot zu tauschen, wollten sie nicht eingehen.
Die Sonne ging unter, und wir standen noch immer am Fusse des Ararat auf einem Stoppelfeld.
Gegen 20 Uhr wurden wir hinunter zum Polizeipräsidium eskortiert.
Die Grenzsoldaten verabschiedeten sich sehr freundlich mit Handschlag.
Wir hatten den Eindruck, dass sie erkannt hatten, dass unsere Verhaftung unangebracht war.
Im Präsidium angekommen, verlangten sie unsere Pässe wieder und wollten auch die Namen unserer Eltern wissen. Alles wurde dem Computer gefüttert. Natürlich begleitet von vielen Telefonaten mit unterschiedlichen Personen.
Da die Jungs kein englisch sprachen, erfolgte die Konversation mit Übersetzungsprogrammen.
Endlich musste HW mit einem englischen sprechenden Mustafa reden. Dieser stellte wieder die immer gleichen Fragen.
Gegen 21 Uhr riss HW der Nerv und er erklärte dem Typen, er sei nicht kriminell und es sei nicht mehr zu rechtfertigen, dass wir festgehalten werden.
Nun hiess es, wir könnten gehen, wenn HW ein Dokument unterzeichnet. HW weigerte sich etwas zu unterschreiben, das er nicht lesen und nicht verstehen kann. Er forderte sie auf , die schweizerische Botschaft anzurufen.
Da kam Bewegung in die Sache und wir konnten endlich gehen.
In der Dunkelheit einen Schlafplatz zu suchen ist mühsam. Wir wurden jedoch relativ schnell fündig und stellten uns vor ein Sporthalle.
P.S. Um die Zeit in der Obhut der Gesetzeswächter nicht noch zu verlängern, verzichteten wir darauf, Fotos zu machen.
















